Parasol Pilz erkennen und zubereiten

Parasol Pilz

Der Herbst ist für Outdoor-Fans eine besonders schöne und interessante Jahreszeit und der Herbst ist die Zeit für Pilze. Und ja, noch immer kann man sich auf Pilzsuche begeben und findet noch immer einige schöne und essbare Pilze. 

Wir waren vor einiger Zeit unterwegs im Wald; eigentlich hatten wir gehofft, ein paar schöne Steinpilze zu finden. Leider haben wir nicht einzigen gefunden, dafür haben wir ganz durch Zufall ein paar wunderschöne Parasolpilze gefunden. Nachdem wir uns abgesichert haben, dass es sich wirklich um den Gemeinen Riesenschirmling, den Parasol Pilz handelt, haben wir ihn eingepackt und mit nach Hause genommen. 

Parasole im Wald

WIE ERKENNE ICH DEN PARASOL?

Der Parasolpilz oder auch Gemeiner Riesenschirmpilz ist einer der imposantesten und größten Blätterpilze in den hiesigen Breitengraden. Er wächst bis zu 50 cm hoch und erreicht hierbei einen Durchmesser von bis zu 40 cm. Mit welchen anderen Pilzarten kann er verwechselt werden?

Weitere bekannte Namen:

  • Gemeiner Riesenschirmling
  • Großer Schirmling
  • Riesenschirmling
  • Paukenschläger
  • Schulmeisterpilz
  • Schnitzelpilz
  • lat. Name: Macrolepiota Procera

Der junge Pilz den hält seinen Hut noch geschlossen und erinnert so an einen Paukenschläger. Wird der Pilz älter, öffnet sich sein Hut langsam und erinnert dann sehr an einen Schirm. Hieraus sind die verschiedenen Namen entstanden. Den Namen Schnitzelpilz hingegen hat dieser Pilz, weil sein Hut in der Regel, wie ein Schnitzel paniert, zubereitet wird.

junge Parasole erinnern an Paukenschläger

Der Parasolpilz ist ein ansehnlicher und großer, stattlicher Pilz, der zur Gattung der Blätterpilze gehört. Sein Merkmal sind vor allem die großen, bräunlichen Schuppen und der braune Buckel in der Mitte seines Huts. Die ringförmige Manschette unterhalb des Hutes ist verschiebbar. 

Das Aussehen des Parasol ist wie folgt zu beschreiben:

  • schlanker Stiel bis 50 cm hoch
  • zwei Zentimeter breit
  • hohl
  • nach unten dicker in einer Knolle mündend
  • fest im Boden eingewachsen
  • unter dem Hut ein lederartiger Ring
  • kann verschoben werden
  • Ring unterhalb bräunlich
  • auf Oberseite heller
  • etwa 40 cm breiter Hut

Besondere Merkmale

Vor allem der Ring am Stiel, unterhalb des Hutes, ist ein besonderes Merkmal um den Parasolpilz zu erkennen und Verwechslungen auszuschließen. Denn der Ring muss sich zwingend verschieben lassen. Bleibt dieser bei Berührung fest am Stiel haften, dann handelt es sich in der Regel nicht um einen Riesenschirm und auch nicht um einen Parasol. Ist der Pilz noch jung, ist der Hut geschlossen, dieser öffnet sich mit zunehmenden Alter jedoch immer mehr. 

Weitere besondere Merkmale des Parasol sind:

  • duftet bei Anfassen
  • riecht angenehm nussig
  • Stiel besitzt weiße Lamellen
  • kratzt man an der bräunlichen Schuppung am Stiel, muss dieser weiß bleiben und darf sich nicht rot verfärben
angeschnittener Hut des Parasol – deutliche zu erkennen, die Lamellen und die weiße Farbe des Huts

Achtung Verwechslungsgefahr!

Eine Verwechslung des Parasolpilzes kommt vor allem mit anderen Schirmlingen vor, da Pilze dieser Gattung sich alle recht ähnlich sehen. Besonders der Safran-Riesenschirmling ist dem Parasol sehr ähnlich, besitzt jedoch beim Anschnitt an Hut und Stiel einen roten Saft, der die Schnittstelle rot färbt. Somit können die beiden Pilzarten gut unterschieden werden. Der Safran Riesenschirmling ist jedoch genießbar und wird auch gerne in der Küche verwendet. Mit seinen folgenden Verwandten wird der Parasolpilz ebenso gerne verwechselt:

  • Schlanker Riesenschirmling
  • Olivbrauner Safranschirmling
  • spitzschuppiger Stachel-Schirmling
  • Gift-Riesenschirmpilz

Von diesen Sorten ist jedoch nur der Gift-Riesenschirmpilz als giftig zu nennen. Dabei ist der Gift-Riesenschirmpilz vor allem an seinem schlechten Geruch nach saurem Kompost zu erkennen.  Und man findet diesen auch eher auf Komposthaufen oder Wiesen, den Parasol dagegen im Wald.Dabei äußert sich Gift hier in der Regel in Beschwerden des Magen- und Darmtraktes. Da der Parasolpilz jedoch einen angenehmen Geruch verströmt, sollte hier eine Verwechslung schnell erkannt werden. Der spitzschuppige Stachel-Schirmling ist zwar ungiftig, er löst jedoch bei Verzehr eine Alkoholunverträglichkeit aus und ist daher ungenießbar.

Ist der Parasolpilz giftig?

Der Parasol ist, roh gegessen, leicht giftig. Er kann roh Beschwerden hervorrufen, die allerdings bei gesunden Personen nicht als lebensbedrohlich eingestuft werden. Doch genau deshalb sollte diese Pilzart unbedingt nur in gekochter oder gebratener Form verzehrt werden. 

Bei rohem Verzehr können die folgenden Beschwerden auftreten:

  • Magenbeschwerden
  • auch Darmkrämpfe
  • Erbrechen und Übelkeit

Doch wer unter einer angeborenen Prädisposition leidet, sollte auch im gekochten oder gebratenen Zustand auf den Verzehr des Parasol verzichten. Denn in einem solchen Fall wird auf das Eiweiß im Pilz allergisch reagiert.

Geschmack

Unter den Speisepilzen gehört dieser Pilz zu den Delikatessen. Je nachdem ob jung oder bereits älter genossen, bietet er zudem verschiedene Geschmacksrichtungen. Nur der große Schirm ist in der Küche zu verwerten, der Stiel hingegen ist faserig, zäh und holzig und daher nicht genießbar. Der Geschmack des Parasol lässt sich folgendermaßen beschreiben:

  • nussartig
  • erinnert leicht an Erdnussbutter
  • älterer Pilz verliert süßen Geschmack
  • angenehmer Geruch
  • Fleisch zart und weich
  • leicht schwammig
  • saftig

PARASOL PILZ ALS SCHNITZEL-ERSATZ

Das bekannteste und auch leckerste Rezept für den Parasol dürfte wohl das Parasol-Schnitzel sein. Und so haben wir uns auch genau dafür entschieden und stellen euch das Rezept kurz vor. Es ist super einfach nach zu machen und geht wirklich fix. 

Zutaten für 4 Personen

4StkParasol


Salz und Pfeffer
2StkEier
70gBrösel
4ELÖl
  • Die Parasol mit einer weichen Bürste gut putzen und den Stiel abschneiden. Wir raten davon ab, den Pilz unter fließendem Wasser zu putzen, da sie sonst sehr schnell labbrig werden. 
  • Die Pilze auf der Seite mit den Lamellen mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Für die Panade nehmt ihr einen Teller und verquirlt darin die Eier, eine Prise Salz hinzufügen. Einen zweiten Teller mit Panierbrösel anrichten.
  • Die Pilze zunächst gut in die Eimasse tauchen und abschließend in den Bröseln wälzen.
  • Die panierten Parasol in heißem Fett von beiden Seiten goldbraun backen lassen.

TIPPS ZUM REZEPT

Als Beilage eignen sich kleine Salzkartoffeln grüner Salat oder frischer Gurkensalat.

Ihr seht, ein wirklich leckeres, einfaches und kalorienarmes Essen für den Herbst. Wir waren wirklich sehr positiv überrascht, dass es eine so leckere Schnitzel-Alternative gibt, die auch noch vegetarisch ist. 

Es muss also nicht immer ein Schweineschnitzel sein…! und man sollte sich auch bei der Pilzsuche nicht nur auf Steinpilze versteifen… es gibt noch mehr leckere Pilze im Wald. 

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

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