Zelten im Herbst – Camping in den kälteren Jahreszeiten

Die meisten von uns verbinden wahrscheinlich Camping ausschließlich mit warmem Wetter. Doch auch, wenn der Sommer offensichtlich viele Vorteile bietet, die kühleren Jahreszeiten haben ebenfalls ihren Camping-Reiz! Draußen zu übernachten ist dann lediglich eine Frage der richtigen Ausstattung. In diesem Beitrag zeigen wir euch die schönen Seiten des Zeltens in der kälteren Jahreshälfte und geben euch ein paar Tipps für einen rundum erfolgreichen Trip.

Niedrigere Temperatur – Mehr Komfort

So schön und großartig der Sommer auch ist, für Camping ist es manchmal einfach wirklich viel zu heiß. Zu zweit ist es in einem Zelt bei 30° Celsius Außentemperatur alles andere als gemütlich! Studien belegen, dass die perfekte Schlaftemperatur zwischen 16° C und 18° C liegt. Temperaturen über 24° C sorgen für einen unruhigen Schlaf. Da sind die Herbst- und Frühlingsmonate einfach perfekt für einen gesunden und ausgewogenen Schlaf.

Zwei Wundervolle Jahreszeiten

Der Herbst ist einfach eine traumhafte Zeit, um draußen zu sein. Fantastische Farben, sternenklare Nächte und wunderschöne Sonnenaufgänge – im Herbst zeigt sich die Natur von ihrer wirklich schönsten Seite! Auch Kinder lieben die bunte Jahreszeit, besonders wenn sie in riesige Blätterhaufen springen können.

Natürlich hat auch der Frühling etwas für sich. Gar keine Frage. Leichte Brisen und angenehme Temperaturen können weitaus willkommener sein als brennende Hitze – besonders bei sportlichen Betätigungen wie Wandern & Co.

Leisere Campingplätze für besseren Schlaf

Wo Zeltplätze im Sommer oft aus allen Nähten platzen, sind sie in den kühleren Monaten oft weitaus weniger besucht. Was für ein Glück! Außerhalb der Hauptsaison geht es auf Campingplätzen oft viel gemächlicher zu als in den überfüllten Sommermonaten. Ein ruhiger Schlaf ist euch hier garantiert! Der günstigere Preis spricht übrigens ebenfalls für Camping außerhalb der Hauptsaison.

Mehr Tiere

Je weniger auf den Zeltplätzen los ist, desto höher ist die Chance, wilde Tiere zu sehen. Solltet ihr in den Genuss kommen, begegnet ihnen mit Respekt und Vorsicht – es ist ihr Zuhause, ihr seid hier nur zu Gast.

Kühlere Temperaturen bedeuten außerdem auch weniger Insekten. Schlaflose Nächte durch nervige Moskitos können so Gott sei Dank vermieden werden. Euer Mückenspray könnt ihr also getrost zu Hause lassen!

DIE AUSRÜSTUNG

Schlafsack

Das A und O beim Camping in den kälteren Jahreszeiten ist die richtige Ausrüstung. Das Wichtigste ist wohl ein Schlafsack, der euch auch bei kühleren Temperaturen nicht frieren lässt. Wir empfehlen euch Modelle mit Komforttemperaturen zwischen 0° C und 10° C. Meistens sind das sogenannte 3-Season-Schlafsäcke. Obwohl sie für den Sommer zwar meist etwas zu warm sind, sind sie die richtige Wahl, wenn ihr nur einen Schlafsack besitzen willst. Ich persönlich habe für die wärmeren Temperaturen einen extra Schlafsack und für kühlere Nächte den Carinthia Defence 4. Falls es trotzdem noch zu kalt wird, hilft ein Inlet für den Schlafsack. Ebenfalls zu empfehlen der Marmot Fulcrum Eco 30 Long Schlafsack (crocodile/nori)

Carinthia Defence 4 Schlafsack bei Kusche für 165,95 €
Marmot Fulcrum Eco 30 Long Schlafsack

Isomatten/Schlafmatten

Es gibt verschiedenste Arten von Schlafmatten. Am unteren Ende der Skala findet ihr ganz einfache Schaumstoffmatten, die eher an Yoga- oder Sportmatten erinnern und euch nicht wirklich viel Komfort oder Isolation bieten. Schon besser sind Luftmatratzen: Standardmodelle zum aufpusten haben zwar ein kleines Packmaß, bieten aber nicht wirklich viel Isolation. Die dritte Kategorie, Luftmatratzen mit integrierter Isolierung, sind ideal für Touren bei kühlerem Wetter – viele davon sind sogar selbstaufblasend.

Isolierte Therm-a-Rest Voyager Luftmatratze

Licht – für die frühen und dunklen Abendstunden

Stirnlampe – wenn es beim Zelten im Herbst früh dunkel wird

Kürzere Tage erfordern von den meisten Camping- und auch Sportbegeisterten ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. Schließlich wird es beim Zelten im Herbst schon bald dunkel. Eine Stirnlampe ist hier die beste Lösung für euch. Achtet bei der Anschaffung einer Stirnlampe darauf, wie viele Batterien nötig sind, um einen kräftigen Schein abgeben zu können. Die Lampe sollte außerdem bequem an eure Kopfform anpassbar sein und sich in der Weiteneinstellung regulieren lassen.

Zelt

Auch bei kälterem Wetter solltet ihr mit eurem normalen Zelt keine Probleme haben. Bei sehr kaltem, windigem und regnerischem Wetter solltet ihr euch aber ein Modell zulegen, das extra für diese Verhältnisse geschaffen ist. Diese haben meist dickere Stoffe, weniger Nähte und verstärkte Zeltstangen. Diese Extra-Features bedeuten dafür aber auch ein Extra beim Preis.

MSR Mutha Hubba NX Zelt

Bekleidung

Warme Daunen- oder Kunstfaserjacken sind bei Kaltwetter-Camping immer eine gute Idee; vor allem, wenn sie wasserdicht sind. Funktionsunterwäsche sollte ebenfalls zu eurer Grundausstattung gehören, denn sie hält euch auch in kälteren Nächten angenehm warm und nimmt nur relativ wenig Platz im Rucksack ein.

Hier noch ein paar zusätzliche Tipps

  • Zwischen euch und den kalten Boden sollte möglichst etwas Isolationsmaterial gepackt werden. Eine Isolationsdecke auf eurer aufblasbaren Matte kann schon einen erheblichen Unterschied machen! Zur Not hilft auch beispielsweise ein Badetuch oder eine Schicht aus Plastik.
  • Ein herzhaftes Abendessen tut nicht nur der Seele gut, es füllt auch euren Energiespeicher und hält euch nachts ein wenig wärmer. Ausreichend Trinken solltet ihr natürlich auch nicht vergessen! Warmer Tee ist immer eine gute Idee.
  • Der Stellplatz eures Zelts sollte gut überlegt sein. Stellt ihr es beispielsweise mitten auf einem freien Feld auf, seid ihr Wind und Regen komplett ausgeliefert – das wird eine kalte Angelegenheit und alles andere als gemütlich! 
  • Hinterlasst euren Zeltplatz so, wie ihr ihn vorgefunden habt! So bleibt euer Einfluss auf die Natur möglichst gering.
© outdoorcamp.de

Viel Spaß beim Camping und schreibt doch mal in den Kommentaren, ob ihr schon mal im Herbst oder Winter gezeltet habt und wie eure Erfahrungen sind.

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

2 thoughts on “Zelten im Herbst – Camping in den kälteren Jahreszeiten

  1. Ich persönlich campe ja gern im Herbst. Einfach genial. Vielleicht könnt ihr ja auch mal Tipps für Winter Camping bringen. Das interessiert mich nämlich auch total.

    Viele Grüße
    Frank

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