Kurzes Wander-ABC für den Herbst

Wandern im Herbst ist großartig. Die Natur zeigt sich in den buntesten Farben, es duftet nach Moos, Pilzen, Laub und es macht einfach Spaß zum Beispiel durch herbstliche Wälder zu wandern. Wir zeigen euch in ein paar Tipps, wie ihr im Herbst trocken und sicher ans Ziel kommt, welche Routen man wählt u.v.m.

Rucksäcke sind nicht immer wasserdicht, oft halten sie nicht mal Schauer ab. So schützt ihr den Inhalt (zusätzlich) vor Nässe:

  1. Regenhülle: Über den Rucksack gezogen, wehrt sie Schauer ab, hält aber keinem Dauerregen stand
  2. Rollpacksäcke/Drybags aus bandverschweißtem Material schützen eure Sachen im Rucksack sicher vor Nässe. Es gibt sie in Größen zwischen einem und 40 Litern (unser Tipp: die wasserdichten Packsäcke von Ortlieb oder Exped).
  3. Gefrierbeutel machen aus Ihrem Deckelfach eine Trockenzone. Perfekt dafür: Der 6-Liter-Beutel von Toppits.

Bergtouren-Check

  1. Viele Berghütten machen zwischen Mitte September und Anfang Oktober zu, auch Mittelgebirgshütten schränken ihre Öffnungszeiten ein. Wo ihr auch im Herbst noch vespern oder übernachten könnt, verrät der Alpenverein auf seiner Website dav-huettensuche.de
  2. In den Alpen werden einige Brücken und Klettersteige im Herbst demontiert. Erkundigt euch daher rechtzeitig bei den örtlichen Fremdenverkehrsvereinen über die Begehbarkeit der geplanten Route.
  3. Ab September muss man in Höhen über 1500 Metern mit Neuschnee rechnen, der das Vorankommen und die Orientierung erschwert. Ein Wettercheck kurz vor der Tour ist unerlässlich. Der Alpenverein liefert die aktuelle Großwetterlage für den Alpenraum: alpenverein.de/DAV-Services/Bergwetter

Bester Weg

  • Sonnenhungrig: Bei kalt-klarer Witterung solltet ihr einen von der Sonne verwöhnten Weg wählen. Hier kommen vor allem Kammwanderungen oder Wege über offenes Terrain in Frage, dichter Wald und Schluchten sind tabu.
  • Sturmfrei: Es lauert der erste Herbststurm? Dann sucht euch eine Schlucht- oder Talroute aus. Wälder mit altem Baumbestand (Bruchgefahr) sollte man meiden.
  • Bodenständig: Nach und bei Regen mutieren Waldpfade zu Schlammbädern, Forstpisten und Steinwege sind dann erste Wahl.
  • Blattschuss: Nach Schauerwetter empfehlen wir euch, Wälder zu umgehen – denn hier tropft es auch dann, wenn es gerade mal nicht regnet.
  • Schneefrei: Ab in die Berge? Hier muss man im Herbst mit Neuschnee rechnen – und daher auch eine Ausweichroute in geringerer Höhe einplanen!

Hunger stillen

Bei kühler oder feuchter Witterung braucht der Körper viel Energie. Kalkuliert deshalb die Tourenverpflegung großzügig. Perfekt sind Nüsse und Studentenfutter, beides schmeckt zudem gut – außerdem reifen im Herbst Heidelbeeren oder Äpfel. Auch eine Thermosflasche mit Ingwertee und Honig wirkt an kühlen Herbsttagen oft Wunder! Aber auch andere warme Tees sind perfekt und wärmen von innen.

Neue Kräfte wecken

Raues Wetter und rutschige Wege zehren an den Kräften. Wer öfter Pause macht, erhält seine Leistungsfähigkeit und spart Reserven für eventuelle Notfälle. Ideal: alle ein bis zwei Stunden zehn Minuten Pause plus eine längere Rast für die Brotzeit einlegen. Nehmt dafür ein Stück Isomatte oder ein Sitzkissen mit, und sucht euch einen wind- und regengeschützten Platz (Scheune, Felsdach). Alternativ tut‘s auch ein Tarp (siehe Bild oben) oder eine PE-Plane aus dem Baumarkt. Beide kann man mit Trekkingstöcken, zwei Schnüren à zwei Meter Länge und vier Heringen zu einem Schrägdach aufspannen.

Putzen, pflegen, imprägnieren

Auf gepflegten Wanderstiefeln perlt Regen einfach ab, was Dampfdurchgang und Fußklima verbessert. So geht‘s: Schnürsenkel abziehen, Schuhe unter fließend Wasser bürsten und über Nacht trocknen lassen. Synthetikschuhe mit Imprägnierspray einsprühen, Lederschuhe vorher noch mit Wachs einreiben.

Schotten schließen

  1. Funktionsjacken sind wahre Bollwerke gegen Regen – wenn man einige Vorkehrungen trifft: Die Jacke regelmäßig in der Maschine waschen, und ihr nach dem Trocknen eine Ladung Imprägnierspray (z. B. Fibertec) gönnen. Denkt daran, bei einsetzendem Regen Taschen und Kragen zu schließen und den Kapuzenschild tief ins Gesicht zu ziehen.
  2. Eine Regenhose ist bei Schmuddelwetter Pflicht. Beim Kauf einer Regenhose sollte man daher auf die richtige Beinlänge achten. Sie sollte so bemessen sein, dass die Hose auch beim Hochtreten nicht über den Schaftrand rutscht. Ideal sind Regenhosen, die sich am Schuh fixieren lassen: mittels Metallhaken, der in die Schnürsenkel greift, oder über zwei Ösen, durch die man eine Reepschnur fädelt, die dann unter der Sohle für Halt sorgt.
  3. Dass eine sehr gute Regenjacke für Wanderer nicht teuer sein muss, zeigt die 180 Euro günstige, wetterfeste und bequeme Jack Wolfskin Go Hike Jacket.

Vor Kälte schützen

Im September und Oktober kann es bereits empfindlich kalt werden, erst recht in Höhenlagen. Mütze und Handschuhe gehören dann ­genauso in euren Rucksack wie eine warme Jacke. Top hier: die 200 Gramm leichte Daunenjacke Ghost Whisperer Down von Mountain Hardwear (siehe Bild). Sie schrumpft verpackt auf Grapefruitgröße. Preis: 250 €. Etwas schwerer, aber nässeunempfindlich: Die Synthetikjacke ­G-Loft Ultra von Carinthia (150 €).

Zeit voll ausnutzen

Leuchtende Farben, klare Luft und epische Fernblicke: Vor allem in den Abendstunden zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Möchtet ihr sie ganz entspannt genießen, braucht ihr eine helle Stirnlampe für den Heimweg. Doch auch sonst sollte zumindest eine kleine, leichte Stirnlampe im Rucksack Deckelfach schlummern – viel zu schnell geht den Herbsttagen das Licht aus. Tipp: Petzl Tikka 2 (siehe Bild, 30 €) oder die starke Black Diamond Storm (60 €).

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

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