Übernachten in der Hängematte – Tipps und Tricks dazu

Manche Frauen wollen Diamanten. Ich will eine Hängematte im Wald und meine Ruhe, denn in einer Hängematte schwebt man nicht nur über dem Boden, sondern auch über den Dingen. Und in speziellen Outdoor-Hängematten zu übernachten kann sehr entspannend sein!

Bequemes Nächtigen in der hängenden Liegefläche ist allerdings – gerade beim Hängematten-Camping auf Outdoor-Tour – vielleicht nicht gerade so einfach, wie manch einer es sich vorstellt. Aber es ist eine der schönsten Arten in der Natur zu übernachten.

Schlafen unter freiem Sternenhimmel

CAMPING UNTER DEN STERNEN – DIE HÄNGEMATTE ALS ZELTERSATZ

Die Vorstellung auf Mehrtagestouren das stickige Trekkingzelt gegen das Himmelszelt zu tauschen und stattdessen in der bequemen Hängematte in den Schlaf zu schaukeln, hat  ganz unbestreitbar einen Reiz. Solltet ihr euch fürs Hängematten-Camping entscheiden, könnt ihr zudem einiges an Gewicht sparen, schließlich bleibt euer Zelt zu Hause.

Manchmal spielt sogar ein ganz praktischer Gedanke die erste Rolle bei der Entscheidung für die Hängematte, denn seid ihr in stark bewaldetem oder unebenem Gelände unterwegs, ist es teilweise recht problematisch, eine ebene Fläche und ausreichend Platz fürs Zelt zu finden. Die Hängematte ist dagegen schnell und unkompliziert zwischen zwei Bäumen, oder entsprechenden Befestigungsmöglichkeiten, festgezurrt und fertig ist die Zeltalternative unter dem funkelnden Sternenzelt. 

TIPPS UND TRICKS ZUM SCHLAFEN IN DER HÄNGEMATTE

Sanft schaukelnd in den Wald lauschen und bei leisem Blätterrauschen wegdämmern: In speziellen Outdoor-Hängematten zu übernachten hat etwas ungeheuer Lässiges. Aber ob Mücken, Kälte oder die falsche Liegeposition, viele Faktoren können euren Schlaf in der Matte unangenehm beeinträchtigen. Darum hier eine kleine Hilfestellung & Tipps, wie ihr es euch in eurer Hängematte so richtig bequem machen könnt.

Hier das Material, das ihr für eine Hängematten-Übernachtung benötigt:

  • Hängematte
  • variabel zu verstellende Befestigungsleinen
  • Zeltplane/Tarp mit Heringen
  • Spannleinen
  • Isomatte/Underquilt
  • Schlafsack

1. Bäume auswählen und Hängematte spannen

Um bequem in eurer Matte zu dösen, muss sie erstmal hängen. Dafür braucht ihr nicht viel mehr als zwei Bäume, Pfähle oder ähnliches im passenden Abstand zueinander. Der richtige Abstand bedeutet in diesem Fall zwischen 3,5 und 5 Metern,  die Länge der Matte selbst plus jeweils etwa ein Meter auf jeder Seite. Selbstverständlich sollten die Äste oder Bäume, die ihr euch gesucht habt weder morsch sein, noch als Holzwurm-Hotel dienen und zudem kräftig genug sein, um euer Körpergewicht dauerhaft tragen zu können.

Zur Befestigung gibt es spezielle Baumgurte und Aufhängeseile, die die Baumrinde nicht beschädigen. Die beiden Befestigungspunkte sollten sich auf gleicher Höhe befinden, sodass eure Hängematte am Ende waagerecht hängt. Bei der Aufhängehöhe gilt: Je höher die Matte hängt, desto kühler wird es. Steht euch eine sommerlich-schwüle Nacht bevor, darf es ruhig etwas höher werden.

In der Regel hängen die Gurte zwischen 1,70 und maximal 2,00 Metern Höhe. Achtet darauf, dass die Matte beim Befestigen nicht zu stark durchhängt, euer eigenes Gewicht kommt ja auch noch drauf. Wenn eure Matte in Sachen Krümmung einer Banane ähnelt, ist alles perfekt. So ergibt sich ein ungefährer 30° Winkel, was euch eine angenehme Liegeposition ermöglicht und für die richtige Spannung unter Belastung sorgt. Samt Inhalt sollte die Liegefläche ca. 50 cm über dem Boden hängen.

2. Regenschutz nicht vergessen

Um auch bei Regenschauern trocken schlafen zu können, empfehlen wir euch, eine Zeltplane/Tarp über eure Hängematte zu spannen. Hochwertige Tarps mit aufwendig abgerundeten Seiten und sauberem Schnitt flattern hörbar weniger als günstige. Je windiger es ist, desto tiefer solltest du dein Tarp spannen, damit der Wind keinen Regen darunter weht.

Für leichte Regengüsse z.B. sind asymmetrische, rautenförmige Tarps zu empfehlen. Diese parallelogram förmigen Planen lassen sich ideal der diagonalen Liegeposition nach spannen und ermöglichen euch eine tolle Ventilation. Der Nachteil ist, dass diese Tarps bei starkem Regen oder Sturm die Segel streichen müssen. Diamantförmige oder quadratische Tarps halten auch bei stärkeren Regenschauern trocken und sind super unkompliziert, da sie an nur zwei Spannpunkten befestigt werden.

Bei stärkerem Wind kann allerdings Regen zu den Seiten reingepustet werden. Größere Tarps schaffen Abhilfe, bringen aber auch mehr Gewicht ins Gepäck. Sechseckige Tarps bieten einen hervorragenden Wetterschutz, sind allerdings aufwändig im Aufbau, da sie sechs Spannpunkte benötigen. Umlaufende Vier-Jahreszeiten-Tarps sind an den Seiten verschließbar und können bodennah befestigt werden, was für einen umfassenden Wind- und Wetterschutz sorgt. Diese Produkte sind jedoch vergleichsweise groß, schwer und kompliziert zu befestigen.

3. Driplines verhindern, dass Wasser in die Hängematte fließt

Durch den Dochteffekt kann Wasser über die Mattenspannleinen bis in die Matte laufen und diese in eine Badewanne verwandeln. Genau das können sogenannte „Driplines“, kurze Schnüre (10 – 15 cm), die an allen Mattenspannleinen im Bereich unterhalb des Tarps befestigt werden, verhindern (Ankerstich-Knoten). An ihnen läuft das Regenwasser ab und eure Hängematte bleibt trocken. 

4. Schutz vor Insekten

Geht’s auf Touren bei denen euch bissiges und lästiges Ungeziefer um den Schlaf bringen kann, muss ein passendes Moskitonetz mit. Hier gibt es spezielle Hängemattennetze, die komplett um die Liegefläche gespannt sind und per Kordelzug oder Reißverschluss verschlossen werden. Je nach Modell muss das Netz noch zusätzlich gespannt werden und schon seid ihr vor geflügelten, angriffslustigen Störenfrieden geschützt.

Unter dem Moskitonetz der Hängematte ist man vor Mücken etc. geschützt und kann die Aussicht auf den Sternenhimmel genießen

5. Schutz vor Kälte von unten 

Wer in Hängematten schlafen will, muss sich auch vor Kälte von unten schützen. Benötigt ihr eine Extraportion Wärme, gibt es Hängematten mit Einschub für Isomatten oder selbstaufblasbare, isolierende Hammock Pads. Die Isomatte, die ihr wählt, sollte auf jeden Fall mindestens 3 m oder länger sein, denn mehr Länge ist für die diagonale Liegeweise wichtig, damit ihr komplett auf der Matte und auch gerader liegt. Ein Schlafsack in der Hängematte ist zwar möglich, wird aber schnell unbequem. Hier ist ein Topquilt die bessere Wahl, denn bei einem Schlafsack leidet die Wärmeleistung, da das Isolationsmaterial durch den großflächigen Druck des Körpers wenig Luft einschließen kann und sich somit leicht Kältebrücken bilden.

Hängematte mit Underquilt

Wird’s richtig kalt, gibt es sogenannte Underquilts für die Hängematte. Das sind mit Daunen oder Kunstfasern gefüllte Decken, die ihr unter die Matte hängt. Dadurch kann nichts plattgedrückt werden und eure Hängematte ist von unten und den Seiten isoliert. Zusammen mit einem Topquilt,  Decke oder notfalls dem Schlafsack kann – abhängig vom Underquilt-Modell und der eigenen Toleranzgrenze – so bis in frostige Minusbereiche in der Hängematte campiert werden. 

Mit Schlafsack in der Hängematte

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Legt euch doch mal leicht diagonal in eure Matte, die Füße leicht nach links oder rechts ausgerichtet und der Oberkörper und Kopf in die entsprechend andere Richtung. Diese Position sorgt für eine optimale Lastenverteilung auf der Liegefläche und somit für die perfekte Spannung der Schlafhängematte.

© Greenbelly

Viel Spaß mit eurer Hängematte und lasst uns doch mal wissen, ob und warum ihr es liebt in der Hängematte zu schlafen. 

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

17 thoughts on “Übernachten in der Hängematte – Tipps und Tricks dazu

  1. Ein wirklich sehr gut geschriebener Artikel zum Thema. Präzise zusammengefasst und leicht verständlich, daher auch besonders für Anfänger gut zu verstehen und hilfreich.

    Generell mag ich die Beiträge auf eurer Seite immer sehr gern, auch die Produkt-Test Beiträge

    Viele Grüße

    1. Hallo Tino,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das Lob freut uns natürlich sehr und wir sind bemüht weiterhin gute Beiträge für unsere Leser zu veröffentlichen.

      Liebe Grüße
      Annie

    1. Hallo Martin,

      Es freut mich, dass der Beitrag ein paar hilfreiche Tipps hat und ja, das mit der Diagonalen Liegeweise ist wirklich entspannend für den Rücken.

      Viele Grüße
      Annie

  2. Hallo Annie,
    da ich heute bei Regen und Graupel ein wenig mehr Zeit „indoor“ verbracht habe, bin ich zufälligerweise auf Deine Seite gestoßen. Gut gemacht! Jetzt habe ich direkt auch wieder große Lust meine „Hängematte auszuführen“… 😉
    Viele Grüße aus dem Sauerland…
    Tom

    1. Hallo Tom,

      Danke für Dein Feedback, das freut mich sehr…. und ja mich juckt es auch schon gewaltig, bald wieder in der Hängematte draußen schlafen zu können.

      Viele Grüße
      Annie

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