Outdoor-Erste-Hilfe im Sommer: Für den Notfall gerüstet

Geöffnetes Erste-Hilfe-Set neben Wanderrucksack auf einem alpinen Bergweg
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Ein umgeknickter Fuß auf einem steinigen Weg, eine Schürfwunde nach einem Sturz oder ein schmerzhafter Insektenstich: Kleine Zwischenfälle gehören beim Draußensein manchmal dazu. Meistens sind sie schnell versorgt. Doch was passiert, wenn aus einer kleinen Verletzung plötzlich ein ernsthafter Notfall wird?

Gerade bei sommerlichen Touren lohnt es sich, nicht nur an Wasser und Sonnenschutz zu denken. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set, persönliche Notfallmedikamente und wichtige medizinische Informationen können im Ernstfall entscheidend sein.

Denn Vorbereitung bedeutet nicht, ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen. Sie bedeutet, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

DAS ERSTE-HILFE-SET GEHÖRT IN JEDEN WANDERRUCKSACK

Wie umfangreich das persönliche Erste-Hilfe-Set sein sollte, hängt von Tour, Gelände und Dauer ab. Für eine kurze Runde braucht es weniger als für eine mehrtägige Bergtour. Einige Dinge sollten unterwegs aber grundsätzlich nicht fehlen.

Dazu gehören beispielsweise Pflaster und Verbandmaterial, sterile Kompressen, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, eine Rettungsdecke und Material zur Versorgung kleinerer Verletzungen. Auch eine Zeckenkarte oder Zeckenzange kann im Sommer sinnvoll sein.

Bei längeren Touren kommen je nach persönlichem Bedarf weitere Dinge hinzu. Wichtig ist vor allem, dass ihr wisst, was sich in eurem Erste-Hilfe-Set befindet und wie ihr es verwendet.

Wanderin versorgt eine Schürfwunde am Knie auf einem Bergweg
Kleine Verletzungen passieren schnell – mit dem richtigen Material sind sie unterwegs meist unkompliziert versorgt

KLEINE VERLETZUNGEN RICHTIG VERSORGEN

Schürfwunden, kleinere Schnitte oder Blasen sind beim Wandern keine Seltenheit. Eine Wunde sollte zunächst möglichst sauber versorgt werden. Je nach Verletzung können Desinfektion, sterile Kompresse und Pflaster oder Verbandmaterial ausreichen.

Bei Blasen kann eine geeignete Blasenversorgung verhindern, dass aus einer kleinen Druckstelle eine schmerzhafte Verletzung wird. Gerade auf längeren Touren lohnt es sich deshalb, bereits bei den ersten Anzeichen zu reagieren und nicht darauf zu warten, bis jeder Schritt unangenehm wird.

Bei stärkeren Blutungen, tiefen Wunden oder Verletzungen, bei denen ihr unsicher seid, reicht die Selbstversorgung dagegen nicht aus. Dann gilt es, die Situation einzuschätzen und gegebenenfalls professionelle Hilfe zu holen.

INSEKTENSTICH: NICHT JEDER REAGIERT GLEICH

Ein Stich von Wespe, Biene oder einem anderen Insekt ist meistens unangenehm, aber harmlos. Bei Menschen mit einer bekannten Insektengiftallergie kann er allerdings eine schwere allergische Reaktion auslösen.

Wanderin untersucht gerötete Stelle am Arm nach einem Insektenstich
Ein Insektenstich ist meist harmlos; bei bekannten Allergien kann die Situation jedoch schnell ernst werden

Wer bereits weiß, dass eine solche Allergie besteht und dafür ein persönliches Notfallset mit einem ärztlich verordneten Adrenalin-Autoinjektor besitzt, sollte dieses bei jeder entsprechenden Outdoor-Aktivität mitführen.

Und genau hier liegt ein erstaunlich alltägliches Problem: Viele Betroffene wissen von ihrer Allergie und haben ihr Notfallmedikament – denken aber beim Aufbruch nicht daran, es einzupacken.

Geöffneter Wanderrucksack mit Adrenalin-Autoinjektor und Notfallausrüstung
Persönliche Notfallmedikamente gehören genauso ins Gepäck wie das Erste-Hilfe-Set

👉 Deshalb gehört der Check zur Tourvorbereitung: Allergie bekannt? Notfallset dabei? Adrenalin-Autoinjektor griffbereit? Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion muss sofort gehandelt und medizinische Hilfe gerufen werden.

Wanderin nimmt einen Notfallpass aus ihrem Rucksack an einem Bergplatz
Wer einen Notfallpass besitzt, sollte ihn auch bei einer Outdoor-Tour griffbereit dabeihaben

AUCH DER NOTFALLPASS GEHÖRT IN DEN RUCKSACK

Wer einen Notfallpass oder medizinischen Ausweis besitzt, sollte ihn bei Wanderungen und anderen Outdoor-Aktivitäten ebenfalls mitführen. Darin können wichtige Informationen stehen, die im Ernstfall nicht unbedingt anderweitig bekannt sind – beispielsweise relevante Erkrankungen, Allergien, Medikamente oder besondere medizinische Hinweise.

Das kann besonders wichtig sein, wenn bestimmte medizinische Besonderheiten bei einer Behandlung berücksichtigt werden müssen.

👉 Der Notfallpass sollte deshalb nicht zu Hause in einer Schublade liegen, sondern dort, wo er im Ernstfall schnell gefunden werden kann.

WENN HITZE ZUM NOTFALL WIRD

Sommerliche Temperaturen können eine Tour zusätzlich belasten. Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnliche Schwäche, Übelkeit oder starke Erschöpfung können Warnzeichen einer hitzebedingten Belastung sein.

Spätestens dann heißt es: raus aus der Sonne, körperliche Belastung stoppen, für Kühlung sorgen und, sofern die betroffene Person bei Bewusstsein ist und trinken kann, Flüssigkeit zuführen. Bei schweren Symptomen, Bewusstseinsstörungen oder Verdacht auf einen Hitzschlag ist das kein Fall mehr für das Erste-Hilfe-Set. 

👉 Dann muss unverzüglich medizinische Hilfe organisiert werden.

Wanderin macht im Schatten eine Pause, trinkt Wasser und kühlt ihre Stirn
Wenn die Hitze zu viel wird, heißt es: Pause machen, trinken und den Körper abkühlen

STURZ, VERSTAUCHUNG UND CO.

Ein unglücklicher Schritt, ein Stein unter der Schuhsohle oder eine rutschige Wurzel können aus einer Wanderung schnell eine ungeplante Pause machen.

Bei einer Verletzung gilt zunächst: Ruhe bewahren und die Situation einschätzen. Kann die Person noch auftreten? Gibt es starke Schmerzen, eine deutliche Fehlstellung oder eine größere Schwellung? Ist die Verletzung möglicherweise schwerer als zunächst gedacht?

Wenn eine Person nicht mehr selbstständig weitergehen kann, sollte nicht einfach versucht werden, sie irgendwie bis zum nächsten Parkplatz zu bringen. Je nach Situation kann es notwendig sein, professionelle Hilfe zu alarmieren.

FÜR DEN WORST CASE VORBEREITET SEIN

Outdoor-Sicherheit bedeutet nicht, bei jedem Ausflug mit einem Unglück zu rechnen. Aber es bedeutet, einmal ehrlich darüber nachzudenken, was passieren könnte, wenn doch etwas passiert.

Ist das Handy geladen? Ist die Route bekannt? Gibt es Empfang oder muss mit eingeschränkter Erreichbarkeit gerechnet werden? Ist das Erste-Hilfe-Set dabei? Sind persönliche Notfallmedikamente eingepackt? Liegt der Notfallpass im Rucksack?

Gerade bei individuellen medizinischen Besonderheiten kann diese Vorbereitung entscheidend sein. Denn wenn ein echter Notfall eintritt, ist es zu spät, sich darüber Gedanken zu machen, was man besser hätte mitnehmen sollen.

👉 Der beste Zeitpunkt für Erste Hilfe ist deshalb nicht erst dann, wenn etwas passiert. Er beginnt bereits beim Packen.

Und wenn am Ende nichts passiert ist, bleibt nur die beruhigende Erkenntnis: Gut, dass alles dabei war.

Schwarz-weiße Bergsilhouette mit Nadelbäumen und sanften Hügeln – stilisiertes Naturmotiv als Signaturgrafik.

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Author: Annie Knitter

Geboren im Januar 1977, begann ihre Outdoor-Reise schon 1978 im ersten Campingurlaub mit den Eltern – damals noch in einem ausgebauten Bauwagen in Steckelsdorf. Ab 1979 war der Klappfix CT 6-1 Trigano ständiger Begleiter: Sommer für Sommer ging es damit an die Ostsee nach Zinnowitz, nach Prerow oder an andere Lieblingsorte in Mecklenburg. Auch Abstecher in die damalige Tschechei gehörten dazu und prägten früh die Begeisterung fürs Draußensein. Heute ist Annie noch immer am liebsten draußen: Sie wandert leidenschaftlich gern, entdeckt mit Neugier neue Outdoor-Aktivitäten und genießt es, Natur aus allen Blickwinkeln zu erleben. Aus dieser Liebe zur Freiheit unter freiem Himmel entstand auch die Idee für STAY WILD – Outdoor – ein Magazin, das die Faszination für Abenteuer, Achtsamkeit und Natur mit euch teilt.