CAMPZ Monta 2P Zelt im Test

CAMPZ Monta 2P Zelt im Test

Sich für ein Zelt zu entscheiden ist schwerer als ein Haus zu bauen! Welches ist das richtige und welche Form soll es haben. Tunnel oder Kuppel? Leichtgewicht, Platzwunder oder sturmfest? Wofür und wo will ich es verwenden? Und dann die Frage der Farbe: Rot oder beige? Oder doch grün?

Unser erstes Zelt für Wanderungen haben wir bereits 2018 gekauft, jedoch in dem Jahr nur einmal ausprobiert und im letzten Jahr musste das Zelt leider ganz eingemottet bleiben und so konnten wir erst in diesem Jahr das Zelt wirklich testen. 

Testurteil

Begründung für das Monta 2P Zelt von CAMPZ

Allgemein wollten wir ein Zelt, das für den Anfang nicht zu teuer ist, da wir generell nicht wussten, wie sich das ganze entwickelt, es sollte aber auch ein Zelt sein, das man gut mit dem Rucksack auf Wanderungen oder Radtouren transportieren kann ohne, dass man zu viel Gewicht dabei hat. Weiterhin spielte der Platz für uns eine Rolle und auch die Apside sollte groß genug sein um zwei Rucksäcke gut unterzubringen.

Unser „Zu Hause auf Zeit“ sollte vor allem für den Einsatz in heimischen Gefilden geeignet sein, da wir uns erstmal ganz langsam ans Campen wieder herantasten wollten. Wetterfestigkeit ist hier schon eine relativ wichtige Voraussetzung. Die Belüftung des Zeltes steht hier nicht unbedingt an erster Stelle dafür ist es umso wichtiger, dass die vorhandenen Belüftungsmöglichkeiten mit Moskitonetzen ausgestattet sind, damit man trotz Mücken und anderen kleinen Tierchen für gutes Klima sorgen kann. Und zu guter Letzt sollte es doch recht robust sein. Immerhin möchte man sich nicht ständig ein neues Zelt kaufen. 

Dass wir uns bzw ich mich für das Monta 2P Zelt entschieden hatte, lag zu dem Zeitpunkt auch am sehr günstigen Preis und das Wissen, dass wir am Anfang nicht allzuviel mit dem Zelt unterwegs sein werden. Es war, und ist es noch immer, quasi der Einstieg zurück in die Campingwelt und die Hoffnung, meine Freundin vom Campen überzeugen zu können. Das hat übrigens gut geklappt, wie ich nach der ersten Nacht im Zelt erfahren habe.

Das CAMPZ Monta 2P ist ein gutes Einstiegszelt für alle die sich langsam ans Campen auf Trekkingtouren herantasten wollen. Es ist definitiv ein Anfängerzelt, bietet aber trotzdem einiges. Die einzigen Mankos sind, dass die Apside doch ein wenig klein ist, keinen integrierten Boden hat und mit Mühe und Not zwei große Tourenrucksäcke rechts und linksseitig des Eingangs Platz haben. Außerdem ist jeweils einer der Zeltbewohner genötigt, entweder über seinen Mitreisenden zu krabbeln beim Ein- oder Ausstieg des Zeltes oder dass man sich anders einigt.  

Was noch ein bisschen schade ist, dass das Außenzelt statt mit Klettvorrichtung mit Schnüren am Gestänge zu befestigen ist, was besonders beim Abbau zu Knibbelarbeiten führen kann.

Die Testbedingungen des Monta 2P

Unser CAMPZ Monta 2P kam zum ersten Mal im Sommer 2018 zum Einsatz, als wir auf Campingplätzen in der Umgebung ein paar Nächte verbracht haben. Wie ja jeder noch in Erinnerung haben wird, war der Sommer sehr heiß und sonnig.  Geschwitzt haben wir in dem Zelt trotzdem nicht. Es war nicht heiß oder stickig, sondern sehr angenehm und die Nächte ließen sich gut aushalten. Regengüsse gab es bis dato keine, weshalb wir also über die Regenfestigkeit kann bis dato nichts sagen können. 

Ich würde sagen, die Grenzen wurden bisher nicht annähernd ausgereizt und das Zelt wird noch eine Menge Camping-Trips bestehen.

Der erste Aufbau

Das Zelt kam und kurz danach wurde es direkt auf dem nächstgelegenen Zeltplatz das erste Mal aufgebaut und zwar  ohne vorher nochmal genau drüber zu schauen… ich überließ also den Rest sozusagen dem Schicksal. Die mitgelieferten Anleitungen und Tipps zum Aufbau habe ich mir vorher bewusst vor dem ersten Einsatz nicht angesehen, um beurteilen zu können, wie selbsterklärend und einfach der Aufbau des CAMPZ  Monta 2P Zeltes wirklich ist.

Die erste Nacht in der Outdoor Behausung verbrachten wir auf einem kleinen Campingplatz im Ahrtal, der direkt an der Ahr liegt. Wir hatten einen schönen schattigen Platz unter einem großen Baum.  Der Untergrund war ursprünglich eine Wiese, die durch die Hitze total verbrannt war und daher eher ein fester Sandboden war. Ein richtiger Profi in Sachen Zeltaufbau bin ich nicht so wirklich, hab aber durch die jahrelangen Campingurlaube in meiner Kindheit und Jugend doch ein bisschen Erfahrung. Allerdings hatten wir damals einen Klappfix CT 6-1 Trigano was doch ein kleiner Unterschied zu einem 2-Personen-Zelt ist, was ich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht alleine aufgebaut hatte.

Das Innenzelt wird als erstes aufgebaut, getrennt vom Außenzelt, was erst anschließend drüber gelegt und dann mit Bändern am Gestänge befestigt wird. Die zwei Zeltstangen verschwanden mühelos in den Gestängekanälen und werden anschließend noch an Plastikhaken am Innenzelt befestigt.  Im nächsten Schritt wird das aufgebaute Innenzelt mit 4 Heringen an jeder Ecke gesichert. Wobei sich beim ersten Aufbau schnell gezeigt hat, dass die mitgelieferten einfachen Zeltnägel aus Stahl nicht wirklich etwas taugen, insbesondere nicht auf härterem Untergrund. In nullkomma nichts waren diese nämlich verbogen. Also mussten wir uns für den nächsten Aufbau etwas anderes überlegen. 

Das Außenzelt wird im dritten Schritt über das Innenzelt und das Gestänge gelegt

Im dritten Schritt wurde das Außenzelt über das Innenzelt gelegt und mit Bändern am Gestänge befestigt, anschließend mit Heringen befestigt und anschließend mit Abspannleinen gesichert. Das Abspannen ging ganz easy und nach ein bisschen nachspannen stand das Zelt. Und das ausgesprochen gut und fast faltenfrei. 

Bezüglich der Heringe wollen wir bei Gelegenheit noch ein paar andere, für festere Böden geeignete Zeltnägel, besorgen. Bis dahin hat mein Vater mir ausgeholfen mit den alten Zeltnägeln des Klappfix. Auch wenn dieser nicht mehr existiert, hatte mein Vater Gott sei Dank die Heringe aufgehoben und diese sind auch für härter Böden gut geeignet. Allerdings sind diese etwas schwer und für lange Trekkingtouren vielleicht nicht so gut geeignet, da es ja hier auf jedes Gramm ankommt. 

18 Stahl-Heringe 3,5 mm
Wenn die beigefügten Zeltnägel versagen, tut es zu Not auch ein kleines Stück Holz

Material und Verarbeitung

Wie man es von einer Marke wie CAMPZ und vor allem von einem Zelt in dieser Preisklasse erwartet, ist die Verarbeitung recht gut. Das Außenzelt besteht aus sehr robustem 190T/63D Polyester. Das Innenzelt besteht aus 100 % Polyester, der Zeltboden aus 100 % Polyethylen.  Das Gestänge besteht aus Fiberglas und die „Kleinteile“ vom Gestänge über die Leinen und Reißverschlüsse machen einen recht soliden und langlebigen Eindruck.

Auch auf Waldboden macht das Zelt einen guten Eindruck, einzig und allein im das im Wald liegende Laub hat man schnell überall und das lässt sich dann sehr schwer entfernen. Am besten nimmt man sich für solche Touren einen kleinen Handfeger oder ähnliches mit, damit man das beim Aufbau ins Zelt gelangte Laub und anderen Dreck schnell entfernt bekommt. Es mag halt nicht jeder Laub oder ähnliches in seinem Zelt. Aber das ist wirklich das kleinste Übel um ganz ehrlich zu sein.

Komfort und Platzangebot

Das Monta 2P bietet auf Grund der Kuppelform und den steilen Seitenwänden mit senkrechtem Eingang ein recht gutes Raumverhältnis und auch sitzen lässt es sich im Zelt recht gut. In der Apside finden zwei mittelgroße Rucksäcke relativ problemlos Platz und lassen nebenbei noch etwas Raum für Wanderschuhe und Kocher.

Neben dem Eingang des Innenzeltes befinden sich rechts und links jeweils zwei Taschen um persönliche Sachen unterzubringen.

Die Breite der Liegefläche ist für zwei Personen recht komfortabel. Sehr angenehm ist, dass der Kopf nicht wie bei kleineren Zelten unter eine Schräge liegt. Somit fühlt man sichkeinesfalls irgendwie eingeengt. Selbst etwas größere Personen können im CAMPZ Monta 2P bequem aufrecht sitzen – und natürlich auch liegen. Denn die reine Liegefläche beträgt 200 cm x 140 cm und dadurch, dass die Wände nicht zu schräg abfällen, stößt man auch mit langem Körper und etwas höherer Isomatte nicht mit dem Schlafsack an die Zeltwand.

Das Außenzelt ist bis zum Boden gezogen, dadurch ist das Innenzelt bestens vor Nässe und Wind geschützt. Die Apside besitzt keinen Zeltboden, man hat also den normalen Untergrund außer man legt einen Footprint drunter. Wir haben dafür im bw-discount eine sogenannte Elefantenhaut bestellt, die sich dafür auch gut eignet. So stehen die Rucksäcke in der Apside nicht im Dreck. 

Selbst bei geschlossenen Ventilationsöffnungen an den beiden Zeltenden – wir hatten in einer Nacht mal vergessen, die Reißverschlüsse zu öffnen – bildete sich nur sehr wenig Kondenswasser im Zeltinneren. Mit geöffneter Lüftung in den Folgenächten war es natürlich dann doch deutlich angenehmer. Für ein Zelt mit diesen Spezifikationen fand ich die Belüftung insgesamt mehr als angenehm.

Übrigens kann das Innenzelt des Monta 2P auch separat aufgestellt werden, falls es mal etwas luftiger und leichter sein darf. Wir können uns auch gut vorstellen, in dieser Situation dann statt des Außenzeltes einfach ein Tarp darüber zu spannen, was dem Zelt dann trotzdem noch eine gewisse Leichtigkeit in lauen Sommernächten verleiht. 

Unser Fazit zum CAMPZ Monta 2P Zelt

Wir wollten für den Anfang ein Zelt, auf das wir uns verlassen können und in dem man zu zweit auch mal einen Schlechtwettertag aussitzen kann. Zudem sollte es ein relativ breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten abdecken und die Farbe sollte nicht allzu auffällig sein.  Die Ansprüche für ein Einsteigermodell wurden mit dem CAMPZ Monta 2P auf jeden Fall erfüllt. 

Allerdings sollte man sich bewusst machen, dass das Monta 2P nicht wirklich ein Leichtgewicht ist mit 2.800 g. Vorteilhaft ist, dass man nicht wirklich viel Stellfläche benötigt, da das Zelt eine Gesamtbreite von 210 x 220 cm hat. Auf Touren, bei denen man gewichtssparend unterwegs sein möchte, ist das Monta 2P von CAMPZ nur bedingt zu empfehlen. Dennoch hat es für all die Vorzüge ein durchaus akzeptables Gewicht, zumal man dieses ja auf zwei Personen verteilen könnte. 

Wir können bisher eigentlich nur positives Feedback zu diesem Zelt geben, wünschen uns letztendlich aber doch ein Zelt mit entweder einer größeren Apside oder am besten eines mit zwei Eingängen und Apsiden. Nichts desto trotzfreuen wir uns schon auf viele weitere Nächte in unserem Outdoor-Domizil. Der Langzeittest wird zeigen, ob das CAMPZ Monta 2P Zelt auch wirklich alles hält, was es verspricht.

Soweit können wir aber durchaus bis hierhin eine guteKaufempfehlung geben für diejenigen, die ein neues tragbares Zuhause für 2 Personen suchen, das nicht so teuer ist.

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

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