MIKROABENTEUER – Vor der Stadt übernachten

Auch wir Städter & Großstädter haben die Wildnis direkt vor der Nase. Wir müssen nur hingehen und dort eine Nacht verbringen. Klingt einfach, ist es auch. Und es ist Balsam für Seele und Körper.

Eigentlich ein simpler Gedanke: Auch wir Stadtmenschen haben die Wildnis ja eigentlich direkt vor der Nase. Wir müssen einfach nur hingehen. Also fingen wir an, aus verschiedenen Städten auszubüxen und am Stadtrand jene Art von kleinen Abenteuern zu erleben, die zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Morgen möglich sind.

Meist geht es mit Tarp, Schlafsack, ­Taschenmesser, unserem Bushbox-Outdoorkocher und mehreren Schichten Klamotten los zu Fuß. An die Grenze zwischen Stadt und Wildnis. Einfach Rucksack aufsetzen und losstiefeln. Nach ein paar Kilometern fängt es dann manchmal schon an zu dämmern. Wir suchen einen schönen, geschützten Platz und schlagen unser Lager auf. Tarp aufbauen, Isomatte auf den Boden, Schlafsack drauf, manchmal auch einfach die Hängematten aufhängen. Wildes Camping mit Zelt ist in Deutschland nicht erlaubt, obwohl es in Brandenburg für Wanderer hier eine kleine Ausnahme gibt. Man darf für eine Nacht bleiben, solange es kein Privatgelände oder Naturschutzgebiet ist. 

Aber sitzen und liegen darf jeder im Wald. Auch im Schlafsack und unter einem Tarp.  Sogenanntes Biwakieren. Lagerfeuer sind natürlich fast überall verboten, deshalb zünden wir uns ein Feuer in unserer Bushbox an. Manchmal reicht auch ein kleiner Gaskocher. Darauf stellen wir einen Topf aufs Feuer und es gibt ein schnelles Abendessen. Wenn wir dann noch von unserem Lagerplatz aus das Panorama und die Lichter der Stadt sehen, ist das Abenteuer perfekt.

Bei alledem sind wir grundsätzlich nur mit der nötigsten Ausrüstung unterwegs. Einen passenden Schlafplatz zu ­suchen ist besonders spannend. Der perfekte Platz ist nicht immer leicht zu finden, und wenn es abends schon dunkel ist, weiß man nie genau, wo man morgens genau aufwacht: direkt neben Brennnessel­gestrüpp oder an einem Ameisenhaufen. Grundsätzlich sollte er möglichst geschützt und ebenerdig, vielleicht ­sogar mit Moos bedeckt sein; er sollte nicht in einer Wasserrinne oder direkt an einer Siedlung oder einem Wanderweg liegen, damit einem morgens nicht die Wanderer über den Schlafsack stolpern.

So habe ich schon ein paar Mal direkt an einem See am Rande von Potsdam übernachtet. Abends in der Dämmerung kamen gefühlt hunderte von Fledermäusen und man hatte einen tollen Blick auf das andere Seeufer. Über mir der klare Sternenhimmel und an einem Morgen so dichte Nebelschwaden, dass der ganze See so mystisch und geheimnisvoll, still da lag.  Immer wenn ich nachts kurz aufwachte, war der Himmel noch schöner und von noch mehr Sternen übersät. Da fragte ich mich, wie so oft: Warum schlafen wir Menschen eigentlich in Häusern?“

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

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