Drei perfekte Wege zum Outdoor-Kaffee – Welche Methode ist die Beste?

Für viele unter uns Outdoorern ist Kaffee DAS Lebenselixier, mit dem auch die anstrengendste Etappe, die durchfrorenstee Nacht oder der  noch so verregnete Morgen schnell vergessen ist. Da jedoch niemand unterwegs seinen Vollautomaten oder die Pad-Maschine mitnehmen kann, gibt es zahlreiche verschiedene Methoden, um unterwegs wie am Camp an frisch gebrühten Outdoor Kaffee zu kommen. Manch einer von uns macht sich zwar auch mit löslichem Instantkaffee auf den Weg, aber die meisten sind sich darin einig, dass dieser nicht viel mit echtem Kaffeegenuss zu tun hat.

Die Methoden für frischen Kaffee lassen sich im Grunde auf drei verschiedene Zubereitungsarten zusammenfassen: Filtern, pressen und aufkochen. Manche Zubereitungsarten erfordern dabei eine besondere Mahlstärke des Kaffees, andere benötigen zusätzliche Filtertüten, manche bestehen nur aus einem einzigen Stück, andere aus mehreren Komponenten.

Wir zeigen euch heute in diesem Artikel, welche Hilfsmittel es für eure Kaffeezubereitung gibt, wie genau sie funktionieren und inwiefern sie sich in Sachen Eigengewicht, Packmaß, Zubereitungszeit, Handhabung und benötigtem Zubehör unterscheiden – und natürlich im Geschmack. 

ZUBEREITUNGSARTEN

Wie schon erwähnt gibt es im Grunde drei verschiedene Methoden, mit denen du unterwegs deinen Kaffee zubereiten kannst.

  • Mit einem Kaffeefilter
  • Mit einer Kaffeepresse
  • Mit einem Kochgefäß

Welche Zubereitungsart für euch am besten passt, hängt zum einen davon ab, welche Handhabung euch am besten zusagt, aber auch davon, wie viele Personen ihr mit Kaffee versorgen möchtet. Auch gibt es innerhalb der drei Methoden mal mehr oder weniger Varianten. Die preisliche Spanne der Kaffeebereiter liegt dabei zwischen ca. 10 € für die einfachste Kaffeepresse bis zu 175 € für den hochwertigen Kaffee- und Teefilter aus Titan mit dazugehörigem Thermobecher.

KAFFEEFILTER

Das Filterprinzip ist wohl die bekannteste Zubereitungsart überhaupt. Das Kaffeepulver wird in einen durchlässigen Filter gegeben, mit heißem Wasser aufgefüllt und die Schwerkraft erledigt den Rest. Im Outdoorbereich haben sich daraus zwei verschiedene Produktkategorien entwickelt, die mit diesem Prinzip arbeiten: Eigenständige Filter und Halterungen für Filtertüten.

Die Halterungen für Filtertüten wie der  Soto Helix oder der  GSI Java Drip sind extrem leicht, klein verpackbar und passen auf verschiedene Tassengrößen. Der Nachteil an diesem System ist jedoch, dass ihr einen entsprechenden Vorrat an Filtertüten einpacken und nach dem Einsatz entsorgen müsst.

Die eigenständigen Filter, die keine zusätzlichen Filtertüten brauchen, sind oftmals etwas starrer im Packmaß, aber dennoch leicht. Die Filter bestehen entweder aus Metall oder feinen Kunststoffnetzen und unterscheiden sich entsprechend im Eigengewicht und in der Stabilität. 

Eine Rundum-Sorglos-Version bietet der  Keith Kaffee- und Teefilter aus Titan, der nur knapp über 100 g wiegt, einen Thermobecher mit Deckel mitbringt und flexibel als Tee- oder Kaffeefilter verwendet werden kann. Etwas preiswerter ist der ebenfalls aus Titan gefertigte  Vargo Travel Coffee Filter, der nur 36 g wiegt, sich flexibel an die Tassengröße anpasst, aber dafür keinen eigenen Becher mitbringt.

Eine weitere Variante aus Metall ist der einfache EOE Achat Filter aus Edelstahl, dessen Filtermethode aus einer traditionellen vietnamesischen Zubereitungsart abgeschaut wurde. Mit 82 g ist er immer noch schön leicht, allerdings ist er mit seinem Aufstellsieb etwas beschränkter, was die Größe der Tasse betrifft.

EOE Achat Filter

Dafür ist ein weiteres kleines Drucksieb enthalten, mit dem das Kaffeepulver angedrückt wird sowie ein kleiner Deckel, der beim Filterprozess dafür sorgt, dass die Temperatur nicht zu schnell abfällt.

Bei den Kunststoffvarianten könnt ihr zum Beispiel zwischen dem  MSR Mugmate zum Einhängen in die Tasse oder dem Montbell Compact Dripper zum Aufstellen auf die Tasse wählen. Beide haben ein feines Kunststoffnetz zum Filtern bekommen, wobei der Mugmate einen festen Rahmen bekommen hat und der Compact Dripper aus flexiblem Mesh besteht. Daher muss der Montbell Filter mit zwei Essstäbchen, Heringen oder Zweigen auf die Tasse gestellt werden, dafür ist hierbei der Umfang der Tasse darunter nicht mehr so entscheidend.

FAZIT FILTERMETHODE

So habt ihr allein schon bei den Filtermethoden eine große Auswahl an verschiedenen Systemen, wobei die Mehrheit der Filter und Filterhalter eher für ein bis zwei Personen ausgelegt ist. Die Zubereitung erfolgt ziemlich schnell, erfordert aber einen separaten Topf, in dem das Wasser zum Kochen gebracht wird sowie eine Tasse, in die der Kaffee gefiltert wird (sofern nicht im Lieferumfang enthalten wie bei dem Modell von Keith). Die Filtersysteme lassen sich in der Regel schnell und einfach reinigen, indem ihr sie kurz mit Wasser ausschwenkt.

Zusammengefasst:

  • Gewicht: 7 – 108 g (letzteres inklusive Thermobecher)
  • Packmaß: extrem kompakt und klein verstaubar
  • Zubereitungszeit: ca. 30 Sekunden bis 2 Minuten (je nach Kaffeemenge & Filtergröße)
  • Kaffeemenge: meist 1 – 2 Tassen
  • Kaffeestärke & Geschmack: Stärke variierbar, typischer Filterkaffee ohne Crema
  • Benötigtes Zubehör: Kochtopf und Tasse, ggf. Filtertüten
  • Anfallender Müll: Kaffeesatz, ggf. Filtertüten
  • Reinigungsaufwand: Gering, nur ausspülen oder Filtertüte entsorgen

KAFFEEPRESSE ODER FRENCHE PRESS

Besonders in Frankreich ist diese Art der Zubereitung beliebt, weshalb der Name French Press nicht wirklich weiter verwunderlich ist. Bei dieser Methode wird der Kaffee direkt in ein Gefäß gegeben und mit heißem Wasser übergossen. Nach etwa 4 Minuten Brühzeit wird die Presse auf das Gefäß gesetzt und langsam heruntergedrückt, sodass der Kaffeesatz am Boden komprimiert wird und darüber nur noch der frische Kaffee liegt.

Um mit einer Kaffeepresse zu arbeiten, benötigt ihr also eine Presse und ein dazugehöriges Gefäß, in das die Presse bündig bis zum Rand hereinpasst. Nur so wird sichergestellt, dass beim Herunterdrücken kein Kaffeesatz nach oben gelangt. Da zusätzlich ein Topf zum Kochen des Wassers und eine Tasse benötigt wird, ist im Unterschied zur Filtermethode entsprechend ein Gefäß mehr erforderlich. 

Dabei gibt es entweder Systeme, die Gefäß und Presse zusammen anbieten wie auch einzelne Pressen, mit denen ihr eurer schon vorhandenes Kochgeschirr zur Presse umwandeln könnt. Manche Produkte wie die  GSI Java Press haben sogar schon ein doppelwandiges, isolierendes Gefäß dabei, das euren Kaffee nach der Zubereitung länger warmhält. Allerdings solltet ihr den Kaffee nicht zu lange darin lassen, da er im heißen Wasser stetig weiter zieht und mit der Zeit bitter werden kann.

Andere Modelle wie Snow Peak Titanium Kaffeepresse isolieren zwar nicht, bringen jedoch ein Gefäß mit, das ihr auch ohne Kaffee zum Kochen verwenden könnt. Bei solchen Modellen bekommt ihr also mehr als eine bloße Zubereitungsmethode für Kaffee.

Einzelne Pressen findet ihr zum Beispiel mit der Jetboil Kaffee Presse Grande, die zu einigen Töpfen und Kochersystemen des Herstellers passt oder bei der MSR Windburner Kaffeepresse die zu den gleichnamigen Kochsystemen gehört. Für die Zubereitung mit der French Press wird übrigens ein etwas gröber gemahlener Kaffee verwendet (etwa wie Grieß oder gröberes Salz) und nicht das feine Pulver für Filterkaffee. Die Empfehlungen liegen bei etwa 60-65 g pro Liter Wasser. Wenn das Wasser kocht, solltet ihr noch etwa eine halbe Minute warten, damit es auf die optimale Zubereitungstemperatur von ca. 96°C abkühlt. Der Kaffee wird schließlich aufgegossen, umgerührt und für 4 Minuten ziehen gelassen.

Die richtige Wartezeit spielt eine entscheidende Rolle für den Geschmack des Kaffees. Bei einer Ziehzeit unter 4 Minuten kann er leicht verwässert und bei einer längeren Wartezeit schnell bitter schmecken. Daher sollet ihr den Kaffee nach der Ziehzeit am besten direkt ausschenken oder umfüllen. Nach den 4 Minuten wird die Presse auf das Gefäß gesetzt und der Stempel nach unten gedrückt. Dabei werden die Fette und Öle aus der Kaffeebohne nicht herausgefiltert, sodass im Vergleich zum Filterkaffee ein kräftigeres Aroma entsteht.

FAZIT KAFFEEPRESSE

Die Kaffeepresse ist schließlich vor allem für zwei oder mehr Personen ideal oder für den Einzelgänger, der sich am Morgen gleich den ganzen Tagesvorrat für unterwegs zubereiten möchte. Meist haben die Kaffeepressen ein Füllvolumen zwischen 700 ml und 1,5 l und bereiten so in einem Schwung direkt mehrere Tassen Kaffee zu, was die längere Wartezeit ein wenig relativiert. Für die Reinigung muss auch hier nur ein wenig Wasser zum Ausspülen von Topf und Presse her und abgesehen vom Kaffeesatz fällt kein Abfall an.

Die Pressen selbst sind in der Regel sehr leicht, wenn auch durch den Stab zum Herunterdrücken etwas größer im Packmaß. Bei den Modellen mit dazugehörigem Gefäß ist das Gewicht natürlich höher, wobei es hier stark auf die Größe und das Material der Kanne oder des Topfes ankommt. Wer noch nie mit einer Presse seinen Kaffee zubereitet hat, muss ein wenig an der richtigen Dosierung feilen, aber mit ein wenig Übung bekommst du schnelle, aromatische Ergebnisse in größerer Menge als beim gefilterten Kaffee.

Zusammengefasst:

  • Gewicht: 34 – 50 g (nur Presse), 182 – 292 g (Presse mit Zubehör)
  • Packmaß: Pressstab etwas sperrig, aber kompakt im Gefäß verstaubar
  • Zubereitungszeit: ca. 4,5 Minuten (30 Sekunden Abkühlzeit, 4 Minuten Ziehzeit)
  • Kaffeemenge: 4 – 8 Tassen und mehr (je nach Größe des Gefäßes)
  • Kaffeestärke & Geschmack: Stärke variierbar, Geschmack intensiver als Filterkaffee
  • Benötigtes Zubehör: Kochtopf und Tasse (ggf. Gefäß für die Presse)
  • Anfallender Müll: Nur Kaffeesatz
  • Reinigungsaufwand: Gering, Gefäß und Presse unter Wasser abspülen

KOCHKAFFEE IN VIELEN VARIANTEN

Die dritte Methode der Kaffeezubereitung ist das buchstäbliche Kaffee-Kochen. Dabei muss das heiße Wasser nicht erst über einen Filter oder in eine Kaffeepresse gegossen werden, sondern der Koch- und Brühvorgang findet direkt in einem Gefäß statt. Diese Methode erfolgt entweder innerhalb eines geschlossenen Systems oder in einem offenen Kochgefäß.

Ersteres findet zum Beispiel in den klassischen Espressokannen und in den Perkolator-Kannen statt. Bei beiden bildet das Kochgefäß und der Siebbehälter für das Kaffeepulver ein geschlossenes System, das im Grunde ähnlich funktioniert wie ein klassischer Kaffeefilter. Nur wird hier das kochende Wasser nicht durch die Schwerkraft nach unten geleitet, sondern kocht durch ein Steigrohr innerhalb der Kanne nach oben.

ESPRESSOKANNEN

Bei den Espresso-Kannen befindet sich das Kaffeepulver in einem kleinen Siebträger direkt über dem Wasser im Kannenboden. Das Pulver sollte locker glattgegstrichen und nicht angedrückt werden. Darauf wird der Kannenaufsatz geschraubt und sobald das Wasser kocht, wird es durch den steigenden Druck durch das Kaffeepulver nach oben gepresst. Sobald die Wassermenge aus dem Kannenboden vollständig nach oben gestiegen ist und der letzte Wasserdampf austritt, ertönt ein charakteristisches, röchelndes Geräusch, das das Ende des Kochvorgangs ankündigt.Wichtig ist hierbei, die Kanne an diesem Punkt von der Hitzequelle zu nehmen und am besten den Kaffee direkt auszuschenken, da sonst vermehrt Bitterstoffe im Kaffee landen oder der Kaffeesatz anbrennen und ein unschönes Aroma beisteuern kann. Die typischen Espressokannen wie der  Basic Nature Espressomaker Edelstahl oder der leichtere  Armin Coffeemaker Titanium geben dabei mit der (Espresso-) Tassenanzahl an, welche Mengen darin zubereitet werden können.

Die traditionelle Variante besteht aus einer achteckigen Kanne aus Aluminium, wobei die neueren Modelle aus rundem Edelstahl oder Titan etwas pflegeleichter und unbedenklicher sind.

In den Alukannen solltest du vor der ersten Nutzung drei Mal Kaffee zubereiten und ihn wegschütten, damit sich keine Aluminiumrückstände mehr lösen. Mit der Zeit bekommen Espressokannen aus Aluminium ihre typische Patina und sollten nur mit Wasser gereinigt werden, da Reinigungsmittel zu einer stumpfen, schwarz verfärbten Oberfläche führen können.

Die Espressokannen bereiten übrigens keinen echten Espresso (nach traditioneller Definition) zu, da der Druck, mit dem das Wasser durch das Kaffeepulver gepresst wird, zu gering ist und nicht die typische Crema hervorbringt. Die alternative Bezeichnung Mokka Kanne oder Caffettiera würde der Definition eher entsprechen.

PERKOLATOR KANNEN 

Das Grundprinzip bei den Perkolatoren ist ähnlich, aber nicht identisch. Diese Kannen bestehen in der Outdoor Variante meist aus Edelstahl wie der GSI Glacier Stainless 8 Cup Percolator oder aus Emaille wie die  GSI Emaille Kaffeekanne und haben statt eines abschraubbaren Bodens einen innenliegenden Einsatz. Dieser besteht aus einem runden Standfuß, einem Steigrohr und einem runden Behälter mit Siebdeckel für das Kaffeepulver. Nachdem die passende Menge Wasser in die Kanne gegeben wurde, stellst du diesen Einsatz in die Kanne hinein und füllst den Siebbehälter mit Kaffeepulver.

Schließlich wird die Kanne auf eine Hitzequelle gestellt, sodass das Wasser durch das Steigrohr nach oben gelangt. Dort tröpfelt es auf das Kaffeepulver im Siebbehälter und wieder nach unten. An dieser Stelle zeigen sich zwei Unterschiede zur Espressokanne. Zum einen wird das Wasser hier nicht mit Druck durch das Kaffeepulver gepresst, sondern es läuft wie beim klassischen Filter von oben nach unten. Zum anderen wird das Wasser nicht in einem Durchgang verkocht und in einem separaten Behälter aufgefangen (zumindest nicht bei den hier vorgestellten Perkolatoren), sondern es wandert wieder nach unten und kann erneut nach oben aufsteigen.

Dadurch wird der Kaffee immer stärker, je länger du die Perkolation durchlaufen lässt. Die Perkolatoren haben in der Regel einen durchsichtigen Deckel oder ein Sichtfenster, damit du von oben erkennen kannst, wie dunkel das austretende Wasser bzw. der Kaffee am oberen Ende des Steigrohrs ist. In der Regel ist der Geschmack des Perkolator Kaffees am Ende ähnlich dem der Kaffeepresse und ist etwas aromatischer und intensiver als Filterkaffee, aber etwas weniger kräftig als der “Espresso”, der mit mehr Druck zubereitet wird.

Der einzige Moment, in dem ihr bei der Zubereitung im Perkolator ein wenig vorsichtig sein müsst, ist das Herausnehmen des Steigrohr-Einsatzes. Der Einsatz mit dem Kaffeepulver sollte idealerweise vor dem Ausschenken herausgenommen werden, damit kein Kaffeesatz nach außen gelangt und damit der Kaffeegeschmack nicht durch Bitterstoffe verfälscht wird. Der Einsatz ist nach der Zubereitung jedoch sehr heiß, weshalb Vorsicht geboten ist.

Zusammengefasst bringen die Espressokannen und Perkolatoren von allen Zubereitungsmethoden das größte Gewicht mit sich, wobei zumindest Letztere ohne ihren Einsatz auch zum Wasserkochen für Fertigmahlzeiten verwendet werden und so noch eine weitere Aufgabe in der Outdoorküche übernehmen können.

Die Kaffeemenge ist vergleichbar mit dem Ergebnis der Kaffeepressen und versorgt in der Regel 4 bis 8 Personen gleichzeitig. Ähnlich wie bei der Presse solltet ihr auch hier etwas gröber gemahlenen Kaffee verwenden, um zu verhindern, dass der Kaffee zu bitter wird. 

Im Unterschied zu den beiden Systemen vorher werden keine zusätzlichen Kochtöpfe für das Brühwasser oder andere Gefäße abgesehen von der Tasse zum Trinken benötigt. Die Reinigung beschränkt sich grundsätzlich auch nur aufs kurze Ausspülen mit Wasser, jedoch müssen hier mehrere Einzelteile auseinandergebaut werden. Espressokannen aus Aluminium in achteckiger Form sind dabei etwas schwieriger zu säubern.

Espressokannen & Perkolatoren zusammengefasst:

  • Gewicht: 185 – 876 g (bei 200 – 1600 ml Größe)
  • Packmaß: meist eher groß und sperrig
  • Zubereitungszeit: ca. 5 – 12 Minuten (je nach Kannengröße)
  • Kaffeemenge: 2 – 8 Tassen
  • Kaffeestärke & Geschmack: kräftiges Aroma bei Espressokannen, bei Perkolatoren variierbar
  • Benötigtes Zubehör: Tasse
  • Anfallender Müll: Nur Kaffeesatz
  • Reinigungsaufwand: Mittel, Einzelteile auseinanderbauen und mit Wasser spülen

KAFFEE DIREKT KOCHEN

Zu guter Letzt gibt es noch die einfachsten Varianten, die zum Beispiel unter dem Begriff Cowboy-Kaffee oder schwedischer Kochkaffee bekannt sind. Dabei wird das Kaffeepulver direkt mit Wasser aufgekocht und nicht weiter gefiltert, sodass am Ende mal mehr mal weniger Kaffeesatz in der Tasse bleibt.

Die Zubereitung der “Cowboy” Variante – oder auch polnischer oder türkischer Kaffee – sieht oftmals so aus, dass eine geringe Menge Kaffeepulver in die Tasse gegeben, mit heißem Wasser übergossen, umgerührt und kurz ziehen gelassen wird.

Damit sich der Kaffee besser am Boden absetzt und die Trinktemperatur angenehmer ist, wird vor dem Trinken oftmals ein Schluck kaltes Wasser oder Milch hinzugefügt. Beim Trinken ist schließlich etwas Geduld gefordert, da zu schneller Genuss oft zu einer unfreiwilligen Mahlzeit in Form von Kaffeesatz führt.

Während es bei diesen Varianten um die schnelle Einzeltasse geht, bereitet der schwedische Kochkaffee einen größeren Vorrat zu. Dabei wird lediglich ein Kessel benötigt, der fachmännisch nicht mit Löffeln, sondern mit der Maßeinheit “Handgrübchen”, also gekrümmter Handinnenfläche voll Kaffeepulver, gefüllt wird. Die richtige Menge zu finden, erfordert ein wenig Übung, wobei oftmals die Faustregel gilt, dass vier “Händchen voll” für einen Liter ausreichen – was einen recht starken Kaffee ergibt.

Ideal sind hierfür Kessel wie der  Stabilotherm Kaffeekessel aus Edelstahl oder leichte Versionen wie der  Optimus Terra Kesselund der  Esbit Kessel die aus hart anodisiertem Aluminium bestehen. Und dann gibt es noch die ultraleichte Varianten aus Titan wie den  Keith Titanium Kettle.

Die traditionelle Zubereitung erfolgt direkt über dem offenen Feuer, weshalb hierbei die Varianten mit ummantelten Griffen oder aus Titan etwas weniger geeignet sind. Die Aluvarianten mit ummantelten Griffen kommen daher eher bei Gaskochern zum Einsatz, während die Titanversion aufgrund der höheren Anbrenngefahr eher zum reinen Wasserkochen, zum Beispiel für den oben genannten Cowboykaffee, geeignet ist.

Ist das Kaffeepulver im Kessel, wird anschließend Wasser hinzugefügt, bis er etwa zu zwei Dritteln gefüllt ist. Wenn das Wasser zu kochen beginnt, wird der Kessel von der Flamme genommen und noch ein bis zwei Minuten ziehen gelassen. Damit beim Ausschenken nicht zu viel Kaffeesatz in der Tasse landet, gibt es zwei Tipps: Ihr könnt vorab einen Schluck kaltes Wasser in die Tülle gießen, was gleichzeitig den Kaffeesatz zum Absinken bringt und die Trinktemperatur angenehmer macht. Ihr könnt aber auch, sofern die Umgebung es zulässt, einen Trieb von einem Nadelbaum pflücken und ihn in die Tülle stecken. An diesem natürlichen Filter bleibt zumindest ein Teil des Kaffeesatzes hängen.

Nichtsdestotrotz solltet ihr auch hierbei nicht allzu schnell trinken und damit rechnen, dass ein wenig Kaffeesatz mitgetrunken wird. Zusammengefasst ist diese traditionelle Zubereitung wohl die einfachste, da weder Filter, noch Pressen noch andere Hilfsmittel benötigt werden. Nur die Filtermethode ist schneller, da der Kochkaffee im Grunde nur etwa 2 Minuten Zeit zum Ziehen benötigt. Auch die Reinigung ist schnell und einfach mit Wasser erledigt.

Kochkaffee Zusammenfassung

  • Gewicht: 130 – 550 g (Kessel), bei “Cowboykaffee” entfällt Zusatzgewicht
  • Packmaß: Kessel relativ groß und sperrig, aber Stauraum im Inneren
  • Zubereitungszeit: ca. 2 Minuten Ziehzeit
  • Kaffeemenge: 1 – 8 Tassen und mehr (je nach Kesselgröße)
  • Kaffeestärke & Geschmack: Stärke variierbar, meist wie kräftiger Filterkaffee, mit Kaffeesatz
  • Benötigtes Zubehör: Tasse, ggf. Kessel
  • Anfallender Müll: Nur Kaffeesatz
  • Reinigungsaufwand: Gering, nur mit Wasser ausspülen

FAZIT OUTDOOR KAFFEE KOCHEN

Wenn ihr allein unterwegs seid oder jeder seinen Kaffee selbst zubereitet, sind die Filter oder der Cowboykaffee in der Tasse die leichtesten und schnellsten Varianten.

Wenn ihr einen größeren Vorrat wollt, bieten Kaffeepressen einen guten Kompromiss zwischen Eigengewicht und Packmaß, jedoch benötigt ihr hierfür noch einen weiteren Topf.

Wenn ihr Espressokannen bevorzugt, wählt die kleinste Größe oder die Modelle aus Titan, wenn ihr leicht unterwegs sein möchtet. Wenn ihr mehrere Personen gleichzeitig mit Kaffee versorgen wollt, sind entweder die Kaffeepressen, die Espresso- und Percolator-Kannen oder die schwedische Kochvariante besser für euch geeignet. Aber egal, für welche Zubereitungsart ihr euch entscheidet: Es sind sich weitestgehend alle Outdoorer einig, dass sie allesamt aromatischere, kräftigere und schlichtweg leckerere Ergebnisse hervorbringen als die Notlösung mit dünnem Instantkaffee.

Author: Annie

Geboren im Januar 1977, erster Campingurlaub mit den Eltern 1978 in Steckelsdorf in einem ausgebauten Bauwagen, ab 1979 dann Camping in einem Klappfix CT 6-1 Trigano. Dann regelmäßig Camping an der Ostsee (Zinnowitz/Usedom), Prerow und andere Orte in Mecklenburg. Aber auch in der Tschechei. Heutzutage gehe ich gerne und viel wandern und erkunde viele Outdoor Aktivitäten mit Neugier und Spaß.

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