Paddel eintauchen, Wasser plätschert leise am Boot vorbei und vor euch öffnet sich eine Landschaft, die fast ein wenig unwirklich wirkt: kleine Inseln, glatt geschliffene Felsen, tiefblaues Wasser und dazwischen immer wieder eine neue Bucht. Schwedens Schären sind wie gemacht für alle, die Natur nicht nur anschauen, sondern mitten in ihr unterwegs sein möchten. Mit dem Kanu wird aus der Inselwelt ein ganz besonderes Outdoor-Abenteuer.
Schweden gehört zu den Ländern, die Paddler vor eine angenehme Herausforderung stellen: Die Auswahl ist riesig. Neben unzähligen Seen und Flüssen wartet eine lange Küste mit Tausenden von Inseln. Wer mit Kanu oder Kajak unterwegs ist, kann dabei ganz unterschiedliche Landschaften erleben – von geschützten Gewässern bis zu den offenen Schären an der Küste. (Visit Sweden)
PADDELN ZWISCHEN KLEINEN INSELN
Besonders reizvoll ist die westschwedische Küste in Bohuslän. Dort liegen zahlreiche Schäreninseln vergleichsweise dicht beieinander. Die charakteristischen Felsen aus rosafarbenem und grauem Granit prägen die Landschaft und geben den einzelnen Inseln ihren unverwechselbaren Charakter. Zwischen ihnen führen geschützte Wasserwege hindurch, sodass sich immer wieder neue Perspektiven eröffnen.
Genau dieses langsame Unterwegssein macht den Reiz einer Kanutour aus. Ihr müsst keine Kilometerrekorde aufstellen und könnt euren Tagesrhythmus selbst bestimmen. Eine kleine Insel lädt zum Anlanden ein? Dann macht eine Pause. Das Wasser ist ruhig und die nächste Bucht sieht verlockend aus? Also weiterpaddeln. Und wenn am Abend ein geeigneter Platz für das Zelt gefunden ist, endet der Tag dort, wo andere ihren Ausflug gerade erst beenden.
Auch der Kosterhavet-Nationalpark an der Westküste verbindet Schärenlandschaft mit einer besonders vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier gilt allerdings wie überall in geschützten Gebieten: Informiert euch vor der Tour über die jeweils geltenden Regeln und respektiert Schutzbereiche sowie zeitweise gesperrte Gebiete.
EINE NACHT AUF DER EIGENEN INSEL
Für viele Outdoorfans gehört das Übernachten in der Natur untrennbar zu einer mehrtägigen Paddeltour. Schwedens Jedermannsrecht, die Allemansrätten, macht naturnahes Reisen in vielen Bereichen möglich. Auch Kanufahren und Kajakfahren gehören grundsätzlich zu den Aktivitäten, die davon profitieren. Trotzdem bedeutet das Jedermannsrecht nicht, dass überall alles erlaubt ist. (Naturvårdsverket)
Beim Zelten gilt: Ein geeigneter Platz darf grundsätzlich für ein oder zwei Nächte genutzt werden, sofern die Umgebung respektiert wird. Abstand zu Wohnhäusern, landwirtschaftlich genutzten Flächen und Weideflächen ist wichtig. Bei mehreren Zelten oder größeren Gruppen kann die Zustimmung des Grundeigentümers erforderlich sein. Und selbstverständlich gilt: Was ihr mitbringt, nehmt ihr auch wieder mit. (Naturvårdsverket)
Gerade in den Schären sollte außerdem darauf geachtet werden, ob bestimmte Inseln oder Küstenabschnitte besonderen Schutzbestimmungen unterliegen. Während der Brutzeit brauchen Vögel und andere Wildtiere ausreichend Abstand. Ein schöner Beobachtungsmoment aus dem Kanu ist schließlich nur dann wirklich schön, wenn die Tiere dabei nicht gestört werden. (Naturvårdsverket)
WAS GEHÖRT INS KANU?
Eine Tour durch die Schären sollte nicht unterschätzt werden. Auch wenn das Wasser auf den ersten Blick ruhig wirkt, können Wind und Wetter die Bedingungen schnell verändern. Deshalb gehören neben ausreichend Verpflegung und Trinkwasser auch wasserdichte Packsäcke, Wechselkleidung und eine zuverlässige Orientierungshilfe zur Grundausstattung.
Besonders wichtig ist passende Kleidung für wechselhaftes Wetter. Eine wasserdichte Jacke, Sonnenschutz und eine zusätzliche warme Schicht gehören ins Gepäck. Auch eine Schwimmweste sollte selbstverständlich sein. Wer mehrere Tage unterwegs ist, muss außerdem Lebensmittel, Kochmöglichkeit, Schlafsack, Zelt und persönliche Ausrüstung so verstauen, dass das Kanu stabil bleibt und alles trocken bleibt.
Vor dem Start lohnt sich ein Blick auf Wetter, Wind und geplante Strecke. Wer wenig Erfahrung mit Küstengewässern hat, ist mit einer geführten Tour oder einer gut geschützten Route besser beraten als mit einer spontanen Fahrt hinaus auf offene See.
ZWISCHEN ABENTEUER UND ENTSCHLEUNIGUNG
Eine Kanutour durch Schwedens Schären ist nicht unbedingt das Abenteuer, bei dem ständig etwas Spektakuläres passieren muss. Gerade das Gegenteil macht ihren Reiz aus. Ihr paddelt los, verschwindet zwischen den Inseln und lasst den Alltag Kilometer für Kilometer hinter euch.
Vielleicht entdeckt ihr einen Seeadler über dem Wasser, macht Fika auf einem sonnenwarmen Felsen oder springt nach einer langen Paddelstrecke direkt vom Ufer ins kühle Wasser. Vielleicht findet ihr am Abend eine kleine Bucht, in der nur das Wasser gegen den Fels schwappt und der Wind durch das Gras streicht.
Schwedens Schären zeigen ihre besondere Schönheit deshalb vor allem dann, wenn ihr ihnen Zeit gebt. Mit dem Kanu seid ihr langsam genug unterwegs, um diese Landschaft wirklich wahrzunehmen – und unabhängig genug, um euren eigenen Weg durch die Inselwelt zu finden.
Packt das Paddel ein, verstaut das Zelt und lasst euch treiben: Schwedens Schären warten darauf, entdeckt zu werden.
Gefällt dir dieser Beitrag?
Dann unterstütze uns und unsere Arbeit doch gern in Form einer „Kaffee-Spende“. Wir würden uns wahnsinnig über Deine Unterstützung freuen.
Einfach HIER klicken
