STAY WILD – OUTDOOR

Zecken, Wespen & Co. – die häufigsten Sommergefahren draußen

Wanderin auf sommerlichem Bergweg mit einer Zecke auf einem Grashalm im Vordergrund

Zecken lauern oft dort, wo Wanderwege durch hohes Gras und dichtes Gebüsch führen

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Sommer bedeutet draußen sein: Wandern, Radfahren, Baden, Picknick, Camping oder einfach ein langer Tag im Grünen. Doch mit steigenden Temperaturen nehmen auch einige Risiken zu, die im Alltag schnell unterschätzt werden. Manche sind kaum mehr als lästig, andere können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Das bedeutet nicht, dass ihr eure Sommertouren mit einem mulmigen Gefühl antreten müsst. Aber wer die häufigsten Gefahren kennt, kann sich mit wenigen Maßnahmen gut schützen. Denn auch hier gilt: Vorsorge ist meistens einfacher als Erste Hilfe.

ZECKEN: KLEIN, UNSCHEINBAR UND NICHT UNGEFÄHRLICH

Sie sitzen nicht nur tief im Wald. Zecken fühlen sich auch in hohem Gras, Gebüsch und im Garten wohl. Und obwohl sie umgangssprachlich oft zu den Insekten gezählt werden, gehören sie tatsächlich zu den Spinnentieren.

Nach einer Tour lohnt sich der gründliche Blick auf Haut und Kleidung

Problematisch sind Zecken vor allem deshalb, weil sie Krankheitserreger übertragen können. In Deutschland spielen insbesondere Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine Rolle. Gegen FSME gibt es eine Impfung, deren Empfehlung von der jeweiligen Region und dem persönlichen Risiko abhängt. 

Der beste Schutz beginnt mit der Kleidung: Lange Hosen, geschlossene Schuhe und möglichst helle Kleidung machen es Zecken schwerer, an die Haut zu gelangen – und auf hellen Stoffen sind die kleinen Tiere leichter zu entdecken.

Nach einer Tour lohnt sich außerdem ein gründlicher Körpercheck. Besonders wichtig sind Stellen, die man selbst schlecht sehen kann. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Geeignet sind beispielsweise eine Zeckenpinzette, Zeckenkarte oder ein Zeckenhaken. 

Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist zunächst noch kein Hinweis auf Borreliose. Entwickelt sich jedoch später eine sich ausbreitende ringförmige Rötung oder treten Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder starke Abgeschlagenheit auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. 

WESPEN UND BIENEN: MEISTENS HARMLOS, MANCHMAL EIN NOTFALL

Eine Wespe am Picknicktisch kann einen Sommertag ziemlich schnell auf die Probe stellen. Für die meisten Menschen bleibt ein Stich eine schmerzhafte und unangenehme Erfahrung. Bei einer bekannten Insektengiftallergie kann daraus jedoch eine schwere allergische Reaktion werden.

Deshalb gilt für Betroffene das, was wir bereits beim Thema Outdoor-Erste-Hilfe angesprochen haben: Das persönliche Notfallset gehört mit nach draußen. Wer einen Adrenalin-Autoinjektor verschrieben bekommen hat, sollte ihn nicht im Badezimmerschrank oder im Auto liegen lassen, sondern bei entsprechenden Aktivitäten tatsächlich bei sich tragen.

Beim Essen und Trinken im Freien können Wespen schnell zur unerwünschten Gesellschaft werden

Und auch ohne bekannte Allergie gilt: Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, Bewusstseinsstörungen oder anderen deutlichen Zeichen einer schweren allergischen Reaktion ist schnelle medizinische Hilfe erforderlich.

MÜCKEN: MEHR ALS NUR LÄSTIGES SUMMEN

Mücken gehören vermutlich zu den unbeliebtesten Begleitern eines Sommerabends. In Deutschland sind die meisten Stiche vor allem lästig. Dennoch können auch heimische Stechmücken Krankheitserreger übertragen. Das Robert Koch-Institut weist unter anderem auf das West-Nil-Virus hin, das inzwischen auch in Deutschland vorkommt. Das Risiko bleibt insgesamt begrenzt, ist aber ein weiterer Grund für sinnvollen Mückenschutz. 

Lange Kleidung, Moskitonetze und geeignete Repellents können helfen, Stiche zu vermeiden. Besonders in den Abendstunden lohnt sich der Schutz, wenn Mücken besonders aktiv sind.

SONNE UND HITZE: DIE UNTERSCHÄTZTE GEFAHR

Nicht jede sommerliche Gefahr hat sechs Beine. Gerade bei Wanderungen, Radtouren oder anderen körperlich anstrengenden Aktivitäten kann Hitze zum Problem werden.

Starker Durst, Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden können Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sein. Dann heißt es: Belastung stoppen, Schatten oder einen kühleren Ort aufsuchen, den Körper abkühlen und – sofern die betroffene Person bei Bewusstsein ist – ausreichend trinken. 

Bei großer Sommerhitze sind Schatten, ausreichend Wasser und regelmäßige Pausen besonders wichtig

Noch ernster ist ein Hitzschlag. Bei Bewusstseinsstörungen, sehr hoher Körpertemperatur oder anderen schweren Symptomen muss unverzüglich medizinische Hilfe organisiert werden. 

Auch der Sonnenbrand sollte nicht als bloßes Souvenir eines langen Tages im Freien abgetan werden. Sonnenschutz beginnt deshalb schon vor dem Start: Schattenpausen, geeignete Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel gehören gerade bei längeren Touren ins Gepäck.

AUCH PFLANZEN UND TIERE VERDIENEN AUFMERKSAMKEIT

Sommer bedeutet draußen außerdem Kontakt mit Pflanzen und Tieren. Manche Pflanzen können Hautreizungen auslösen, andere sind giftig. Und wer unterwegs auf unbekannte Beeren, Pilze oder Pflanzen stößt, sollte sie nicht einfach probieren.

Auch Wildtiere sollten grundsätzlich mit Abstand beobachtet werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Jungtiere in der Nähe sind. Nicht anfassen, nicht füttern und keine unnötige Nähe suchen ist meistens die beste Strategie.

Die Natur am Wegesrand ist wunderschön – und sollte trotzdem mit Aufmerksamkeit betrachtet werden.

MIT OFFENEN AUGEN DRAUßEN UNTERWEGS

Die meisten Sommergefahren lassen sich mit ein wenig Aufmerksamkeit deutlich reduzieren. Nach der Wanderung die Haut nach Zecken absuchen, beim Picknick Lebensmittel und Getränke im Blick behalten, Mückenschutz verwenden und bei großer Hitze rechtzeitig eine Pause einlegen – viel mehr braucht es oft gar nicht.

Und trotzdem sollte niemand vergessen, warum wir überhaupt draußen unterwegs sind: Weil der Sommer draußen einfach am schönsten ist.

Ein bisschen Vorsicht nimmt euch nichts von diesem Erlebnis. Im Gegenteil: Wer weiß, worauf zu achten ist, kann Wald, Berge, Wiesen und Seen entspannter genießen.

Denn Outdoor-Sicherheit bedeutet nicht, überall Gefahren zu sehen. Es bedeutet, sie rechtzeitig zu erkennen.

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