Wenn ihr draußen unterwegs seid, entscheidet die richtige Midlayer-Schicht oft darüber, ob ihr warm bleibt oder friert. Die Devold Explorer Merino Jacket wirkt auf den ersten Blick hochwertig: angenehm weich, warm und mit schönen Details. Doch nach mehreren Einsätzen – draußen, in der Hängematte, im Alltag und bei Frost – zeigte sich ein gemischtes Bild.
PRO’s & CONTRA’s
WAS UNS GEFÄLLT
- ✅ körpernah geschnitten aber nicht einengend
- ✅ weich auf der Haut & hält warm
- ✅ zwei praktische seitliche Reißverschlusstaschen
- ✅ längere Ärmel mit Schlaufen für die Daumen, ähnlich wie Halb-Handschuhe
- ✅ Zipper lassen sich auch mit kalten Fingern oder Handschuhen gut greifen
WAS UNS NICHT GEFÄLLT
- ❌ zu starkes Pilling
- ❌ Form verzieht sich
TESTURTEIL
KAUFEMPFEHLUNG
👉 Kaufempfehlung: Ja – eingeschränkt, für leichte Nutzung und Alltag. Für anspruchsvollere Outdoor-Abenteuer empfehlen wir euch stabilere Midlayer.
PASSFORM & TRAGEGEFÜHL
Die Jacke sitzt körpernah, bleibt aber ausreichend flexibel für Bewegung. Als Midlayer unter einer Hardshell funktioniert sie ordentlich, und die Merinowolle liegt weich auf der Haut. Genau dieses angenehme Tragegefühl macht sie an kalten Morgenstunden zu einem schnellen Griff.
Die Brusttasche ist jedoch nur für flache Gegenstände geeignet. Alles, was etwas Volumen hat, drückt spürbar durch und trägt unter einer weiteren Schicht unnötig auf.
DETAILS, DIE DRAUßEN WIRKLICH HELFEN
Ein Pluspunkt sind die verlängerten Ärmelbündchen mit Daumenlöchern. Sie bedecken Handrücken und Pulsbereich – ideal, wenn ihr fotografiert, kocht, im Camp arbeitet oder beim Rucksackpacken immer wieder die Hände frei habt. Gerade bei Frost ist die zusätzliche Wärme spürbar.
Auch die Reißverschlüsse sind solide verarbeitet: leichtgängig, robust und selbst mit kalten Fingern zuverlässig bedienbar.
MATERIAL & VERARBEITUNG – UND HIER BEGINNT DAS PROBLEM
So angenehm sich die Jacke trägt: Das Material zeigt starkes Pilling. Und zwar deutlich mehr, als man es bei einem Produkt dieser Preisklasse erwarten würde.
Die Oberfläche wirkt an einigen Bereichen schon nach kurzer Zeit „verzogen“, fast so, als ob die Fasern unterschiedlich nachgeben. Selbst mit Stoffrasierer oder anderen Tricks lässt sich das nur begrenzt beheben.
Merinowolle ist grundsätzlich empfindlicher als synthetische Fasern – das ist bekannt. Aber im hochpreisigen Segment erwartet man deutlich bessere Haltbarkeit.
WÄRMELEISTUNG
Wärmetechnisch hält die Jacke, was Devold verspricht: Sie wärmt zuverlässig, puffert kalten Wind gut ab und funktioniert sowohl solo als auch als Midlayer überzeugend. Wer eine weiche, natürliche Wärme bevorzugt, wird die Jacke mögen.
PREIS-LEISTUNG
Und hier wird es schwierig. Der Preis der Jacke liegt – je nach Farbe – bei rund 200 € (Stand heute). Das ist ein Premiumsegment, in dem Materialqualität und Langlebigkeit eigentlich makellos sein müssen.
- Die Wärme ist gut.
- Der Komfort ist gut.
- Die Details sind liebevoll.
Aber das extreme Pilling und die Materialanfälligkeit passen nicht zum Preisniveau – und ziehen die Bewertung spürbar nach unten.
FAZIT
Die Devold Merinowoll-Jacke ist weich, warm und angenehm zu tragen. Sie punktet mit durchdachten Details, komfortablem Schnitt und zuverlässiger Wärmeleistung.
Doch das Material zeigt bei regelmäßiger Nutzung deutlich schnelle Abnutzung. Bei einem Produkt im Premiumbereich ist das eine echte Schwäche
Für Alltag, Büro, leichte Spaziergänge und gemütliche Outdoor-Momente funktioniert sie gut. Für intensivere Touren, Bushcraft, längere Trekkingtage oder viel Reibung durch Rucksackgurte gibt es robustere Alternativen.
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